Christine Nicolay - Bildhauerei-Grabmale-Pädagogik


 

„Offene Ateliers RLP“ in Greimerath/Eifel am 17.9.2017

In Greimerath/Eifel öffnet die Bildhauerin Christine Nicolay die Pforten ihres Skulpturen Gartens und begrüßt Sie zu Führungen/Ausstellung und Gesprächen mit 4 weiteren Künstlerinnen.

Dies findet im Rahmen der  „Offenen Ateliers“ RLP“ des Berufsverbandes Bildender Künstler Rheinland-Pfalz (BBK-RLP) statt. Weitere Infos unter: www.offene-ateliers-rlp.de

Margit Kuhnle zeichnet mit ihrem „Erinnerungskasten“, Christine Nicolay - Skulpturen, Mobilés von Dorothea Kirsch, Christl Freimüller stellt Fotos von Heimatimpressionen aus, Heike Löwentraut wird an diesem Tag immer wieder mit ihrer Maskenperformance die Gäste überraschen.

 


 

 

 


Am 1. Oktober 2017 „KLEIN & KLASSE“ in Schönecken/Eifel

ein abschließender Aktionstag des Kultursommers RLP in Schönecken/Eifel, die von der 
www.galerie-dogan.de

organisiert wird.

An dieser Aktion beteiligen sich folgende Künstler/innen:


Dagmar Engels, Sonja Ewertz, Elwira Fraikin-Peeren, Dieter Füllkrug, Michael Hussmann, Inge van Kann, Christine Nicolay, Carla Rudbach, Anna Stelloh, Ulrike Stolze und Esther Wiswe.

Termin:
1. Oktober von 12-18 Uhr an fünf Schauplätzen des Burgfleckens:
Altes Amt, Alte Brennerei, Burgkapelle, Blaue Galerie und Handweberei Thomé

 

 

  


 

 

Trauern mit Hammer und Meißel

Die Diplom-Psychologin Hildegard Willmann hat Christine Nicolay in ihrem Atelier besucht.

Grabmale sind ein wichtiger Teil unserer Bestattungskultur. Meist werden sie bei Steinmetzen bestellt und aufgestellt. Einen anderen Weg können Trauernde bei der Bildhauerin und Kulturpädagogin Christine Nicolay gehen: das Grabmal selbst gestalten.

Frau Nicolay, wenn ich mich hier in Ihrem gemütlichen Atelier und in der idyllischen Gartenwerkstatt umsehe, bekomme ich direkt Lust, mir bei Ihnen eine kreative Auszeit zu nehmen. Genau dies tun immer wieder Trauernde, die gemeinsam mit Ihnen hier einen Grabstein entwerfen und manchmal auch selbst behauen. Ein außergewöhnliches Angebot. Sind die Menschen, die zu Ihnen kommen, auch außergewöhnlich?
Oh nein, das sind ganz normale Menschen, jüngere, ältere, Männer und Frauen – na ja, eher Frauen, wenn ich es recht überlege. Es sind auch nicht unbedingt künstlerisch geübte Menschen, sondern einfach Trauernde, die das Bedürfnis haben, ihrem oder ihrer Verstorbenen mit dem Grabstein ein sehr persönliches Denkmal zu setzen, und die sich Zeit nehmen möchten.

Kann man denn diesen Prozess der Grabmalgestaltung mit einer Trauertherapie vergleichen?
Es kommen manchmal schon Prozesse in Gang, die vielleicht auch in einer Therapie geschehen würden. Wenn Trauernde einen Stein behauen, sind sie ja auch emotional beteiligt. Schmerz, Wut, Liebe oder Zärtlichkeit finden aktiven Ausdruck, das kann schon auch befreiend sein. Aber trotzdem ist es keine Therapie und ich habe auch bewusst keine therapeutische Rolle.

Wie kann ich mir Ihre Rolle denn dann vorstellen? Wie sieht Ihre Begleitung aus?
Na ja, eigentlich stelle ich einfach mein Atelier und mein Wissen zur Verfügung. Wenn jemand mit mir Kontakt aufnimmt, dann höre ich genau hin, was diese Person sich wünscht, welche Ideen schon da sind und informiere über Möglichkeiten der Umsetzung. Manchmal gestaltet jemand bei sich zu Hause eine Tonfigur und ich gieße das dann in Bronze oder arbeite die Figur aus Stein.

Aber man kann auch zu Ihnen kommen?
Genau, ich biete auch an, dass jemand eigenhändig das Grabmal ausführen kann. Konkret sieht das so aus, dass wir Zeiten vereinbaren, zu denen die Trauernde in mein Atelier kommt und ich stehe dann für Rat und Unterstützung bereit.

Sie betonten, dass sie keine Therapeutin sind. Kommt es da manchmal auch vor, dass bei Trauernde Gefühle aufbrechen und sie sich überfordert fühlen?
Trauer ist mir nicht fremd und ich habe keine Angst vor starken Gefühlen. Es kommt schon immer wieder zu sehr intensiven Momenten. Aber ich vertraue auf die Selbststeuerung der Hinterbliebenen und die tragende Kraft der bildhauerischen Aktivität am Stein. Wenn bei der Arbeit am Stein bei den Trauernden starke Gefühle auftauchen, erleben ich dies als lebendige Kraft, die von den Betroffenen so gefühlt und gelebt und ausgedrückt werden will. Das berührt mich immer wieder sehr. Mir scheint aber, dass für die Menschen, die zu mir kommen, nicht die emotionale Verarbeitung im Vordergrund steht, sondern der Wunsch, etwas für den Verstorbenen zu tun. Sollte tatsächlich jemand in eine psychische Krise geraten, die ich nicht auffangen kann, dann würde ich therapeutische Fachkräfte hinzuziehen. Das war aber bisher noch nie der Fall.

Trauer ist bei Ihnen also eine emotionale Verarbeitung, die durch das Gestalten eines Gedenksteins kanalisiert wird. Haben Sie da vielleicht ein Beispiel für uns?
Sehr beeindruckt hat mich eine ganz junge Frau, vielleicht 18 Jahre alt. Sie erlitt zusammen mit ihrer Schwester einen schweren Autounfall. Sie selbst wurde schwerverletzt, die Schwester getötet. Sie kam zu mir, um für diese Schwester einen Grabstein zu machen. Und um eine innere Auszeit zu haben. „Zuhause, mit meinen Eltern, da ist so viel Trauer“, sagte sie mir „was ich hier suche ist Ruhe, Zeit für mich und die Möglichkeit, für meine Schwester noch einmal etwas Gutes zu tun“. Für sie war die Zeit in meinem Atelier wie ein Schonraum, in dem sie sich nicht erklären, oder rechtfertigen musste. Ich konnte sie lassen, begleitete sie bei der Arbeit und gab ihr das Gefühl, das ich sie weder bewertete, noch beurteilte. Wir haben ganz wenig gesprochen. Über ihre Schwester, den Unfall, ihre Trauer hat sie fast nichts erzählt und wenn, dann habe ich einfach nur zugehört. Meine Aufgabe sah ich darin, ihr dieses Schweigen und die Arbeit am Stein zu ermöglichen und zuzutrauen. Ihr Lebensmut und ihre Klarheit in dem, was sie braucht, haben mich sehr berührt und ich find es toll, dass sie nach zwei Jahren noch mal mit ihrem neuen Freund zu Besuch kam, um ihm das Atelier und den Garten zu zeigen.

Eine letzte Frage: was kostet es denn, wenn ich bei Ihnen und mit Ihnen einen Grabstein bearbeite?
Das hängt natürlich von viele Faktoren ab, aber die bisherigen Projekte waren von den Kosten her vergleichbar mit dem, was ein normaler Grabstein beim Steinmetz auch kostet.

 


Presse:

Am 23.10.2014 ist in der "Kölner Rundschau" ein Artikel über mein Angebot der „Trauerarbeit“ und Garbmalgestaltung erschienen. Die Redakteurin C. Roberz führte mit Karola Roski und mir ein langes Interview. Dabei sprach Karola über den Prozess des Loslassens und die Gedenkarbeit, die sie bei der eigenhändigen Gestaltung des Grabmals für ihre Mutter erlebte.

www.rundschau-online.de/euskirchen/trauerbegleitung-in-loevenich--einlassen--zulassen--loslassen-,15185862,28821956.html

 


 

 

Für unsere luxemburgischen Nachbarn führe ich berufliche Fortbildungen durch. Diese Seminare werden von Instituten angeboten, die vom Bildungsminsterium und vom Familienministerium autorisiert werden.

Für Infos kontaktieren sie mich bitte.

 

 

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