Christine Nicolay - Bildhauerei-Grabmale-Pädagogik

 

 

Kunst im öffentlichen Raum / Kunst am Bau

 2014  „Stuhlalphabet der Verwandlung“ Landesgartenschau Zülpich

 2013  „Spielbänke“, Wittlich

 2012  „Pilgerstein“, Schönecken         

 2008  „Kraftwerk“, Amüseum , Saarburg         

 2005  „Lebensstühle“, Waldbreitbach

 2004  „Lebensstühle“, Landesgartenschau Trier

 2003  „Ein friedliches Zusammenleben“, Wittlich

 2002  „Der Stadt- Stuhl“, Wittlich

 2001  „Dreiklang“, Wittlich

 2000  „Zeitlos“, Hinter dem Dom, Trier

1994  "Arimee" - Mahnmal für Frauen und Mädchen die sexuelle Gewalt überlebt haben Standort: Trier
 
                                      

Die Idee entstand, nachdem in Trier vor mehr als 10 Jahren mehrere Frauen auf brutale Weise überfallen und vergewaltigt worden waren. Etwa zur gleichen Zeit wurde von systematischen Vergewaltigungen im ehemaligen Jugowslawien berichtet. Auf Anregung des Vereins für Frauenbildung und Frauenkultur e.V. Trier begleitete ich die inhaltliche Auseinandersetzung und schuf die farbige Skulptur mit dem Namen ARIMEE.

Die Arbeit war finanziert  worden durch öffentliche Zuschüsse und zahlreiche Spenden. Bei der Wahl des Standortes entbrannten jedoch Diskussionen und zeigten sich Widerstände. Am 30.4.1994 wurde die ARIMEE dann vorläufig aufgestellt. Im November des gleichen Jahres wurde ihr dann ein fester Standort zugewiesen – auf dem Vorplatz einer Tuchfabrik eingeklemmt zwischen Baum, Mauer, Fahrradständern. Das öffentliche Mahnmal sollte so wohl ins Abseits gedrängt werden. Beim Transport dahin wurde die Skulptur überdies so stark beschädigt (die äußere Hülle hatte Risse und platzte ab), dass der Verein für Frauenbildung und Frauenkultur Trier beschloss, diesen unwürdigen Zustand durch den eigenhändigen Abriss des Mahnmals zu beenden.

Auch wenn es die äußere Form der ARIMEE nicht mehr gibt, die Diskussion und Auseinandersetzung um das erste öffentliche Mahnmal für die Würde von Frauen und Mädchen und gegen Männergewalt geht weiter. Auch heute - über zehn Jahre danach – bekunden Frauen und Männer, dass ARIMEE für WUT, WÜRDE und SOLIDARITÄT steht. Der Prozess um das Mahnmal regt immer wieder Frauen an, neue Formen und Ausdrucksmöglichkeiten zu finden, um Gewalterfahrungen zu verarbeiten und sich gegen sie zur Wehr zu setzen.


„Der Stadt Stuhl“ und seine “Spielbänke“

Standort: Wittlich

 

                                                                   

Ein Stuhl und seine Spielbänke sind Gegenstände unseres Alltages. Durch ihre Größe und künstlerische Gestaltung erscheinen sie wie neu.

Sie haben Aufforderungscharakter spielerisch und experimentell mit ihm umzugehen.

Ein Ort der Phantasie und der Begegnung von Mensch und Raum entsteht.


 "Eine Verwandlungsgeschichte im Stuhl- Alphabet"

Anlässlich der Landesgartenschau in Zülpich 2014 wurden im Eingangsbereich des Frauenbildungshauses  Zülpich, Stuhlskulpturen, eine Wandplastik und eine Klanginstallation positioniert.

 

  

Da gibt es den „Lebensstuhlkreis“, die „Erzählstühle“ und das „Wortgeschenk“; den „Stadtstuhl“, die „Spielbänke“ und die „Tischgespräche“.

Der Stuhl als Ruhepunkt, als Platz zum  Wahrnehmen, Innehalten, Aushalten und Austragen…
Stuhl als Symbol für den weiblichen Schoß und seine lebensspendende Energie.

Dieses Mal entstanden drei Stühle, und wie von selbst ist es auch eine Matronengeschichte geworden. Inspiriert von den historischen Matronenfunden im Rheinland und im Zülpicher Umfeld.

Vielleicht sind es Mutter Matrone, Kind Matrone und Großmutter Matrone, oder verschiedene Lebensphasen und Lebensfrasen. Auf jeden Fall ist es eine Verwandlungsgeschichte geworden, die von mir im Stuhl - Alphabet geschrieben wurde.

Drei Stühle aus Eisenstäben geschweißt. Grafische Raster, Flächen zum Platznehmen, Formen für Gedankenverbindungen, zum Wiedererkennen und zum Freidenken und Einfühlen.

Die drei Stühle erden sich auf tragenden Eisenplatten und stehen still vor dem Frauenbildungshaus Zülpich im öffentlichen Raum. Jede und jeder kann sie besitzen und besetzen.

Die Tütenmacherinnen, (fünf Künstlerinnen: Karola Roski, Margot Hainzl; Anja Knodel, Margit Kuhnle, Christine Nicolay), die sich in dem Spiel von Innen und Außen begegnet sind und sich in Verwandlung verbunden haben, nehmen als erste Platz. Sie erzählen ihre Verwandlungsgeschichte, die sie auf die Hauswand des Frauenbildungshaus Zülpich projizieren, lesbar und sichtbar – erlebbar.

Die Künstlerinnen sind:

Stuhl Skulpturen: Christine Nicolay

Klang Installation: Margit Kuhnle

Wand Plastik: Die Tütenmacherinnen: Karola Roski, Margot Hainzl; Anja Knodel, Margit Kuhnle, Christine Nicolay

 


 

"LEBENSSTÜHLE" – vier künstlerisch gestaltete Stühle, die vier Lebensphasen darstellen

Standort: Klostergarten Waldbreitbach

Das Projekt LEBENSSTÜHLE lädt alle Gäste ein auf den einzelnen Stühlen Platz zu nehmen und dabei das eigene Leben als Ganzes zu betrachten.

Kinder-Stuhl

Die weiße Farbe des kleinsten Stuhls steht für Kindheit, Beginn des Lebens, Wachstum, erste Erfahrungen, sorgloses Spiel.

Erwachsenen-Stuhl

Die rote Farbe des Stuhls steht für volles Leben, Schwung, Energie, Schaffensfreude, Weitergabe des Lebens.

Alters-Sitz

Der „Alterssitz“ ist in dunkler Farbe gehalten und hat keine Lehne. Die Sitzenden können in den Kreis hinein, auf das gelebte Leben schauen. Sie können aber auch mit dem Rücken zum Kreis frei in die Zukunft sehen, auf das, was in diesem Leben noch kommt – und auf das, was sie über dieses Leben hinaus erwarten und erhoffen. 

Stuhl des Wechsels

Der blaue Stuhl könnte überall zwischen den anderen Stühlen stehen, denn in allen menschlichen Biographien geschehen immer wieder Wechsel, Veränderungen, Metamorphosen.

Die „unbequeme“ Lehne verdeutlicht schmerzliches Wachstum, das Reiben an Widerständen, auch das Erlebnis, aus der Bahn geworfen zu werden.

 


 

"Zeitlos"- ein Kunstwerk anlässlich der Jahrtausendwende 2000 

Standort: Trier, Hinter dem Dom

 

 

Die Skulpturen mit ihren Inhalten sind so gruppiert, dass der Betrachter/in mit ihnen in Dialog treten kann und es möglich ist, die Steine wie zwei schwingende  Eckpunkte wahrzunehmen.

Das Kunstwerk entstand in mehreren Phasen:

Die beiden Sandsteine wurden im Steinbruch behauen. Dann fand für 14 Tage, während der Hl. Rock Tage in Trier, auf dem Domfreihof, ein Kunstworkshop statt. Interessierte Menschen wurden eingeladen, auf  Holztafeln ihre Wünsche, Fragen und Erkenntnisse mit künstlerischen Mitteln zu dokumentieren.

Die Steine haben Hohlräume, in die die Tafeln gelegt wurden und sie filigrane Eisentüren schützen.

 

 


"Pilgerstein"

Standort: Schönecken/Eifel, 2012

 

 

Für die Stadt Schönecken in der Eifel habe ich einen „Pilgerstein“ aus Sandstein gearbeitet. Der Stein stammt aus einem dortigen, historischen Haus, was abgerissen wurde. Frau Dogan von der Galerie: „Artothek Galerie Dogan Schönecken“ hatte ihn gesichert und mich gebeten etwas ortsbezogens daraus zu bildhauern.

Durch Schönecken führt der Jakobsweg und dieser Platz ist auch als Rastplatz für die Pilger angedacht.
Der Tradition nach hatten die Pilger eine Jakobsmuschel in ihrem Gepäck, um damit auf ihrer Reise einen erfrischenden Schluck Wasser zu trinken.
Ich finde es sehr gelungen, dass die Kombination Pilgerstein und fließendes Wasser auf diese Begebenheit anspielt.

Wo früher eine Abrisslücke klaffte, hat die Stadt Schönecken einen neuen Platz entstehen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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